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Stadtentwicklung: Regionalplan sieht jetzt 17 neue Siedlungsflächen vor

Im September haben die Politiker heftig gestritten, am Ende verabschiedete der Rat die Stellungnahme der Stadt zum Regionalplan der Bezirksregierung. Der soll für die künftigen 40 Jahre neue mögliche Baugebiete ausweisen. Inzwischen wurden Einwendungen von Kommunen und Bürgern eingearbeitet, die Änderungen liegen erneut aus. Der Entwurf enthält jetzt 17 Flächen mit insgesamt 133 Hektar für Wuppertal.

110 Stellungnahmen sind aus Wuppertal in Düsseldorf eingegangen, davon allein 48 von Bürgerinitiativen. Das sei vergleichbar mit anderen Städten, heißt es von der Bezirksregierung. Auch die Stadt hatte zahlreiche Änderungsvorschläge, nur ein Teil davon wurde angenommen. Größter Erfolg dürfte der Wegfall der 9,1 Hektar großen Fläche in Nächstebreck an der Straße Mählersbeck sein. Diese hatten die Regionalplaner der Bezirksregierung als Allgemeine Siedlungsfläche vorgesehen, die Stadt hatte widersprochen. Dem sind die Regionalplaner gefolgt.

Offenlage

Änderungen Die Änderungen im Regionalplanentwurf im Vergleich zur ersten Version sind die Aufnahme der Flächen Ossenbeck, Olga-Henbeck-Weg und Hatzfelder Straße, der Wegfall der Fläche Nächstebreck sowie der Fläche Radenberg. Dort ist, was die Bezirksregierung nicht wusste, inzwischen Wald entstanden.

Ort Pläne zu den Entwurfsänderungen werden bis 17. Januar offengelegt. Unter dem Link http://www.brd.nrw.de/bausteine/_TT/TT_Wohnbauland_Offenlage_2_F.html finden sich Angaben, wie Bürger die Unterlagen einsehen und Einwendungen machen können. Unter anderem im Barmer Rathaus, Johannes-Rau-Platz 1, Raum C 283 (Eingang Große Flurstraße, 2. Etage), montags bis donnerstags 9-15 Uhr, freitags 9-12 Uhr.

Beschluss Der Regionalrat wird den Regionalplan voraussichtlich im März 2020 beschließen.

Konzept Das Konzept „Neue Wohnbauflächen für Wuppertal“ für den Außenbereich ist im Ratsinformationssystem unter der Kennzeichnung VO/0929/19 einsehbar.

Infrastruktur für eine Wohnbebauung fehle

Darüber freut sich Hermann-Josef Richter, Vorsitzender des Bürgervereins Nächstebreck. „Die Fläche sieht auf dem Papier gut aus, aber das hätte die Landschaft zerschlagen“, erklärt er. Zudem fehle an dieser Stelle die Infrastruktur für eine Wohnbebauung: „Da fehlt der Bus, da fehlt die Kita, da fehlt alles.“

Frithjof Look, Abteilungsleiter Stadtentwicklung bei der Stadt, erklärt, dass auch bei den Regionalplanern diese Fläche eine sehr niedrige Punktzahl erhalten habe, sie daher nur mit Bedenken in den Plan aufgenommen worden sei. „Wir haben da bessere Flächen ermittelt“, sagt er, deshalb hätten die Regionalplaner diese Fläche jetzt aus dem Plan nehmen können.

Die Stadt hatte insgesamt 14 zusätzliche Flächen vorgeschlagen, Ergebnisse der Flächensuche, die die Stadt 2018 in Auftrag gegeben hatte. Ein Vorschlag war zum Zankapfel geworfen: die Fläche an der Rather Straße in Cronenberg. Nach Protesten von Bürgern und Politikern hatte die Stadt den Vorschlag für diese Fläche kurz vor Abgabe der Stellungnahme gestrichen. Von den verbliebenen 13 Vorschlägen hat die Bezirksregierung drei aufgenommen – In der Ossenbeck, Olga-Heubeck-Weg und an der Hatzfelder Straße – und zehn verworfen.

Die Stadt hatte nicht nur der Fläche Nächstebreck widersprochen, sondern auch bei fünf weiteren. Doch diese Widersprüche wies die Bezirksregierung zurück. So wird es wohl dabei bleiben, dass die Flächen an der Waldkampfbahn, Hipkendahl, Böhlerhof, An den Dolinen und auch die Fläche an der Adolf-Vorwerk-Straße im Regionalplan als Allgemeine Siedlungsflächen ausgewiesen werden. Die Fläche an der Adolf-Vorwerk-Straße hatte die Stadt aus Umweltschutzgründen abgelehnt. Die Bezirksregierung sieht durch eine mögliche Bebauung ebenfalls die Umwelt beeinträchtigt, argumentiert aber, dass sie gut in die Siedlungsstruktur passt.

Viele Proteste von Bürgern gab es auch bei der Fläche Asbruch an der Grenze zu Velbert-Neviges – und in der Nähe der geplanten Forensik. Damit werde der Grüngürtel zwischen den Städten zerstört. Doch da hatte die Stadt bereits der Bezirksregierung zugestimmt, unter anderem weil ein Wohngebiet an dieser Stelle sehr gut an die Bahn-Linie von S9 und RE49 angeschlossen wäre.

Die Flächensuche sei nicht umsonst gewesen

Dass die Bezirksregierung nicht alle Vorschläge und Widersprüche der Stadt aufnimmt, „das war durchaus absehbar“, sagt Frithjof Look. Die Bezirksregierung habe eigene Kriterien, nach denen sie Flächen beurteilt, die müssten auch im gesamten Geltungsbereich einheitlich sein.

Die Arbeit der Flächensuche in der Stadt sei dennoch nicht umsonst gewesen, so Frithjof Look. „So haben wir einen längerfristigen Pool für die nächsten fünf bis zehn Jahre.“ Bei konkreten Projekten sei es durchaus möglich, Grundstücke noch in Siedlungsflächen zu verwandeln.

Die von der Stadt beauftragten Gutachten zur Flächensuche sowohl im Außen- wie im Innenbereich sind inzwischen veröffentlicht, das Konzept für den Außenbereich ist im Ratsinformationssystem der Stadt zu finden. Der Stadtentwicklungsausschuss hatte Anfang Dezember die Tagesordnungspunkte verschoben, wird sie im Februar behandeln.

 

Quelle: WZ von 03.11.2019
Von Katharina Rüth
Foto: Hermann-Josef Richter

2 Kommentare

  1. Dr. Helmut Kalkoff

    Kommentar:
    In der Planung der Bezirksregierung wird so getan, als ob das Wiesengelände flach wie die Niederlande wäre. Die Struktur sieht nicht so aus. Bei allen Starkregenereignissen zu bekannten Daten hat die Kanalisation die Wassermengen bisher nicht geschluckt. Das Wasser lief als Bach im abschüssigen Gelände vom Lichtenplatz, Scharpenacker Weg, Ostpreußenweg und Adolf-Vorwerk-Straße auf den Murmelbach zu. Heckinghausen hat alles schlucken müssen und wird das auch in Zukunft tun, wenn das im Klimawandel wieder passiert. Eventuelle Neubauten auf den Wiesen bekämen alles ab, und ihre Keller laufen voll.

    1. Regine Ahrem

      Vielen Dank für Ihren Kommentar! Wir sind für jede Hilfe dankbar, falls Sie Interesse haben sich aktiv gegen die Bebauung einzubringen, binden wir Sie gerne ein.

      Durch weitere Versiegelung des Bodens im Quellbereich des Murmelbachs durch Wohn- und Verkehrsflächen gehen Retentions- und Versickerungsflächen verloren, während zugleich wegen der zu erwartenden Einleitung des Niederschlagswassers von Hausdächern etc. in den Vorfluter des Murmelbaches eine erhöhte Überflutungsgefahr zu befürchten ist. Es ist mit erheblichen Veränderungen des Wasserregimes durch Trockenfallen des Fließgewässers in niederschlagsarmen Zeiten zu rechnen und Hochwasser bei Starkregenereignissen am Bachunterlauf durch hohe Abflussmengen in kurzer Zeit. Dadurch droht der floristische und faunistische Lebensraum des Bachlaufes erheblich beeinträchtigt zu werden.

      Bei Starkregen sind erhebliche Wassermassen zu beobachten, die über die Wiese und den Marper Weg in den Murmelbach fließen. Auf dem Marper Weg nimmt das Wasser sogar den an den Rändern befindlichen Kies mit. Wenn die Flächen teilweise versiegelt würden, entstünde genau die Situation, die doch von den entsprechenden Stellen, nach den vielen Unglücken, auf Grund von derartigen Bebauungen, vermieden werden sollten.

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